Lehrstuhl Embedded Systems
Prof. Dr.-Ing. habil. Roman Obermaisser
Eingebettete Systeme ermöglichen in Echtzeit die computerunterstützte Kontrolle physikalischer Geräte und Systeme, welche von medizinischen Gräten zu Automobilmotoren und Industrierobotern reichen. Sie führen zu enormen Vorteilen bei Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz. Gleichzeitig kommt es heute beim Design eingebetteter Systeme zu einer enormen Steigerung der Komplexität auf der Systemebene, da neben dem Druck einer unentwegten Steigerung der Funktionalität auch nicht-funktionale Anforderungen vorliegen.
Unsere Forschung bietet Lösungen für diese Herausforderungen durch signifikante Fortschritte im Bereich eingebetteter Systemarchitekturen, welche die wissenschaftliche und ingenieursmäßige Grundlage für die Konstruktion eingebetteter Systeme bilden. Das Ziel unserer Forschung ist das Entwickeln von Systemmodellen, Designprinzipien und Plattformdiensten zur komponentenbasierten Realisierung eingebetteter Systeme wobei die resultierenden Systeme kosteneffektiv realisiert werden können und nicht-funktionale Schlüsseleigenschaften aufweisen (z.B. Robustheit, Composability, Adaptivität).
Unsere Forschungsschwerpunkte widmen sich besonders folgenden erfolgskritischen Bereichen:
Architekturunterstützung als Grundlage zur Entwicklung
robuster eingebetteter Systeme
Eingebettete Computersysteme sind einer Vielzahl von
Fehlerquellen ausgesetzt. Insbesondere in sicherheitsrelevanten
Applikationen (z.B. Automobilelektronik, Flugzeug) ist ein
kontrolliertes Verhalten auch bei Designfehlern, physikalischen
Fehlern (z.B. Blitzeinschlag) und fehlerhaften Benutzereingaben
erforderlich. Beispiele konkreter Forschungsgebiete sind
Lösungen zum Erkennen und der Analyse von Anomalitäten, sowie
Mechanismen für aktive Diagnose zur Rekonfiguration nach
permanenten Fehlern oder zum Wiederanlauf nach transienten
Fehlern.
· Composability
Das Ziel dieses Forschungsschwerpunkts ist die konstruktive
Realisierung großer Systemen aus Komponenten und Subsystemen
ohne unkontrolliertes emergentes Verhalten und Seiteneffekte.
Die Forschung befasst sich mit Lösungen zur
computerunterstützten Architekturexploration basierend auf
einer formalen Repräsentation nicht-funktionaler
Komponenteneigenschaften. Ein Schlüsselaspekt ist die Analyse
der Auswirkung einer Auswahl von Komponenten und
Plattformdiensten auf relevante Systemeigenschaften.
Adaptivität
Dynamisches Ressourcenmanagement ermöglicht die Anpassung an
verschiedene Umgebungsbedingungen und -anforderungen (z.B.
Landevorgang/Flugmodus in einem Flugzeug oder Limphome-,
Standby- und normaler Betriebsmodus in einem Fahrzeug). Ein
weiterer Vorteil ist die Anpassung an Veränderungen bei der
Verfügbarkeit und dem Bedarf bei Ressourcen wie Energie, Zeit
und Kommunikationsbandbreite. Dieser Forschungsschwerpunkt
widmet sich den spezifischen Anforderungen an dynamisches
Ressourcenmanagement in eingebetteten Systemen. Wichtige Themen
sind die Einhaltung zeitlicher Schranken für die Berechnung und
Aktivierung neuer Konfigurationen und die Vorhersagbarkeit der
resultierenden Eigenschaften (z.B. garantierte Ressourcen für
sicherheitsrelevante Dienste).

